Spatenstich mit Minister Krischer

16.06.2026

Spatenstich mit Minister Krischer: Deich wird bis 2029 saniert und rückverlegt

Seit einigen Tagen sind am Rhein zwischen der B 288 in Mündelheim und Ehingen viele Baustellenfahrzeuge zu sehen. Am Montag, 15. Juni, erfolgte der offizielle Spatenstich für die weitere Sanierung sowie Rückverlegung des Rheindeichs. Umweltminister Oliver Krischer unterstrich die Bedeutung dieses Großprojekts für 125 Millionen Euro, das der Region mehr Sicherheit vor Hochwasser bringen soll.

Der Deich wird aufwendig saniert und um 500 Meter ins Landesinnere verlegt. Dadurch entsteht ein Retentionsraum von einer Größe von mehr als 80 Fußballfeldern, auf die sich der Fluss ausdehnen kann – das sind 60 Hektar. Der Abschnitt ist Teil eines 6,7 Kilometer langen Schutzsystems zwischen Wittlaer und Ehingen. Er gehört zum Nationalen Hochwasserschutzsystem, ist aber auch international von Bedeutung.

Durch das vergrößerte Rückhaltevolumen der Aue bekommt die B 288 bis zur Brücke über den Rhein Stelzen. Der Verkehr Richtung Krefeld rollt künftig über das neue Brückenbauwerk, das auch bei Rheinhochwasser befahren werden kann.

Die Brücke soll unter laufendem Verkehr gebaut werden: „Nur in wenigen Wochen wird der Verkehr einspurig mit einer mobilen Ampel durch die Baustelle geführt“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des NRW Ministeriums für Umwelt und Verkehr, Straßen.NRW und der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD).

Krischer erinnerte an das Ahr-Hochwasser im Jahr 2021. Um solch eine Katastrophe zu verhindern, sei Prävention sinnvoll und notwendig. Gerade am Rhein gelte: „Jeder Zentimeter, jeder Kubikmeter kann entscheidend dafür sein, ob eine Wohnsiedlung, ob ein Gewerbegebiet überflutet wird oder nicht.“

Die WBD setzen das Projekt vor Ort um. Vorstand Sebastian Beck unterstrich, dass die Hochwasserschutzanlagen in der Stadt dauerhaft sicher und zukunftsfähig aufzustellen seien: „Die Deichrückverlegung in Mündelheim ist dabei ein besonders wichtiges Projekt: Wir schaffen zusätzlichen Rückhalteraum für den Rhein, erhöhen die Sicherheit für die Menschen vor Ort und stärken zugleich die Anpassungsfähigkeit unserer Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels.“

Dezernent Martin Linne erklärte: „Für Duisburg ist ein leistungsfähiger Hochwasserschutz von besonderer Bedeutung. Die Lage an Rhein und Ruhr prägt unsere Stadt, bringt aber auch Verantwortung mit sich.“ Das Projekt sei unheimlich wertvoll für die Stadt.

Bereits 2019 wurde eine bis zum 20 Meter tiefe und 1,6 Kilometer lange Dichtwand versenkt – sie verhindert, dass bei hohem Rheinpegel das Grundwasser in die Keller drückt. Alle Redner hoffen, dass das Bauwerk nicht zum Tragen kommen werde. Aber mit Hochwasser sei zu rechnen, dann würde sich diese Investition bezahlt machen.

CDU-Ratsherr Wolfgang Schwertner, der selbst in Mündelheim lebt, freute sich über die Fortführung der Deichsanierung: „Zusammen mit dem vergrößerten Retentionsraum gibt sie uns ein gutes Gefühl der Sicherheit.“ Im Gespräch mit NORDBOTE.de gab er allerdings zu bedenken, dass die angedachte CO₂-Trasse für den „Delta Rhine Corridor“ von Open Grid Europe (OGE) genau durch dieses Gebiet verlaufen könnte – dann müsste der Deich wieder aufgemacht werden https://nordbote.de/heftige-kritik-in-der-bv-geplante-co%e2%82%82-trasse-wuerde-viel-wald-zerstoeren

Die Bauarbeiten an der Deichsanierung und der Aufständerung der B 288 sollen bis 2029 abgeschlossen sein. In den Jahren 2030 und 2031 folgen der Rückbau des alten Deichs und die finalen Landschaftsarbeiten. Dabei wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet: Die Erde des alten Deichs wird aufbereitet und für den Neubau weitgehend wiederverwendet. Auch die Pflanzenwelt im sogenannten Vorland soll so gestaltet werden, dass sie den Abfluss des Rheins bei Hochwasser nicht behindert.

Das Gesamtprojekt kostet rund 125 Millionen Euro. Daran beteiligen sich die Stadt Duisburg, das Land Nordrhein Westfalen und der Bund mit jeweiligen Anteilen an Deichbau, Rückverlegung und der neuen Infrastruktur.

 

Quelle für Inhalt und Bilder:Nordbote