Über seine Arbeit als Polizeipräsident (PP) Duisburg berichtete Alexander Dierselhuis am Dienstagabend, 22. September, in der „Schenke“ in Serm. Auf Einladung des CDU-Ortsverbands Mündelheim/Ehingen/Serm (MES) gab er unter anderem Tipps, wie man sich vor Trickdiebstählen oder Schockanrufen schützen kann, denn diese kommen auch im Duisburger Süden vor.
Obwohl der Vortrag in Serm stattfand, hatte Dierselhuis Zahlen für „Mündelheim“ dabei. „Das ist die kleinste Einheit bei uns“, erklärte er lachend – und die etwa 80 Gäste stimmten mit ein. Während im vergangenen Jahr in Marxloh 69 Wohnungseinbrüche angezeigt wurden, seien es 13 in Mündelheim gewesen, sieben davon bei Senioren. Der PP erklärte die Statistiken, in diesem Fall anhand der Einwohnerzahlen: In Marxloh leben 20.600 Einwohner, in Mündelheim 6.200. Demnach würden in Marxloh etwa zwei Drittel mehr Straftaten pro Einwohner in diesem Bereich verübt als im Duisburger Süden. Jedoch: „Jede ist eine zu viel!“
Bei den Schockanrufen sieht es etwas anders aus: 2025 gab es im südlichen Stadtteil 88, im nördlichen 63. In Mündelheim hätten sich daraus vier Taten ergeben, alle bei Menschen, die älter als 60 Jahre seien. Dreimal hätten sich die Täter als falsche Handwerker ausgegeben. Dierselhuis geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Das Muster sei stets ähnlich: Der „Keiler“ ruft an, meistens aus dem Ausland, und hält den telefonischen Kontakt. Der „Logistiker“ sitzt daneben und informiert den „Abholer“, der im Stadtteil aktiv ist – und womöglich weitere Opfer aufsuchen könnte.
Um den Verbrechern auf die Spur zu kommen, brauche die Polizei Anzeigen. Am besten sollten die Betroffenen ein Online-Formular ausfüllen und ihre Erfahrungen schildern. Nachbarn sowie Kinder oder Enkel würden bestimmt helfen. Aber auch persönliche Meldungen bei der Polizeidienststelle oder einem Bezirksdienstbeamten seien möglich. Bei Gefahr sollte auf jeden Fall die 110 gerufen werden.
Ein Angebot, das zu gut klinge; extreme Panikmache oder extremer Zeitdruck – da sollte man her vorsichtig sein. Echte Behörden würden so nicht arbeiten. Der PP riet, niemals auf einen Link oder einen QR-Code in einer Mail oder Nachricht zu gehen, um nach Aufforderung seine Daten zu aktualisieren: Am sichersten sei es, direkt über die Internetseite zu gehen. Es sei besser, eine Mail zu viel zu löschen. Es gebe dazu mehrere Infobroschüren, weiterhin gebe es Beratungsmöglichkeiten. Hinsichtlich der Netzwerkarbeit freute sich der PP über viele Menschen in Duisburg, die in und für die Stadt etwas Positives bewirken möchten: „Bisher waren die Türen in Vereinen oder Behören immer auf.“
Zuvor hatte der 42-jährige, der seit viereinhalb Jahren sein Amt in Duisburg bekleidet, die Struktur der Polizei vorgestellt. Aufgabenzuwachs gebe es vor allem im Bereich der Kinderpornographie, hier sei die Anzahl der Mitarbeitenden von 2 auf 18 gestiegen. Viele Polizisten seien zu RAF-Zeiten eingestellt und nun mit 62 Jahren pensioniert worden, aber mittlerweile sei die große Pensionierungswelle durch. Insgesamt gebe es in Duisburg derzeit 1.945 Mitarbeitende (auch in Teilzeit) sowie 835 Kommissaranwärter und Kommissaranwärterinnen sowie 33 Regierungsinspektoranwärter und Regierungsinspektoranwärterinnen. Als Vorbilder für die Arbeit vor Ort stellte er lobend die beiden Bezirksdienstbeamten Dirk Bernhard und Markus Bach heraus.
Im Namen des Ortsverbands bedankte sich dessen Vorsitzender, Ratsherr Wolfgang Schwertner, bei Dieselhuis für den lebendigen und informativen Vortrag. Er unterstrich zudem, wie wichtig die Arbeit der Dorfpolizisten sowie der Freiwilligen Feuerwehr sei. Mit Applaus wurden alle verabschiedet.
Text: Nordbote



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